Anabole Steroide

Anabole Steroide sind aus der Medizin nicht mehr wegzudenken. Bei körperlicher Schwäche, nach schweren Verletzungen oder langer Bettlägerigkeit helfen Sie den Patienten, rasch wieder verloren gegangene Muskelmasse aufzubauen. Im Sport kommen anabole Steroide als Dopingmittel zum Einsatz. Es gibt hunderte Substanzen in dieser Wirkstoffgruppe. Alle haben gemeinsam, dass sie Abkömmlinge des männlichen Sexualhormons Testosteron sind.

Anabole Steroide haben grundsätzlich zwei Wirkungskomponenten: eine anabole und eine androgene. »Anabol« bedeutet aufbauend. Das ist der erwünschte Effekt. »Androgen« bezieht sich auf die Vermännlichung (Virilisierung). Dies ist ein in den meisten Fällen unerwünschter Nebeneffekt und der Hauptgrund, dass viele Anabolika für Frauen ungeeignet sind. Bei anabolen Steroiden, die im Doping zum Einsatz kommen, versucht man, durch chemische Veränderungen der Molekülstruktur die androgene Wirkung gegenüber der anabolen in den Hintergrund treten zu lassen. Trotz aller Forschungen ist es bisher nicht gelungen, das “ideale Steroid” zu entwickeln, sodass bei der Anwendung geeignete Maßnahmen zur Unterdrückung der Nebenwirkungen zu treffen sind.

Die meisten anabolen Wirkstoffe sind entweder als Tabletten oder als Injektion zu verabreichen. Gels und Zäpfchen spielen eine untergeordnete Rolle. Die Verabreichungsform lässt keine Schlüsse auf die Wirkmächtigkeit zu. Die weitverbreitete Annahme, dass Injektionslösungen eher stark und Pillen tendenziell mild sind, ist ein Irrtum. Es gibt sehr potente orale Steroidpräparate (z. B. Dianabol) und sanfte Anabolika-Spritzen. Vor jeder Kur ist es von essenzieller Bedeutung, umfassende Informationen über die Eigenschaften der verwendeten Substanzen einzuholen.

 

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